Wer einen Gebrauchtwagen sucht, schaut meist als Erstes auf den Kilometerstand. Fahrzeuge mit möglichst wenigen Kilometern gelten automatisch als die bessere Wahl. Doch dieser Gedanke greift häufig zu kurz.
In der Praxis zeigt sich immer wieder: Ein Fahrzeug mit einer lückenlosen Servicehistorie und 180.000 Kilometern kann die deutlich bessere Entscheidung sein als ein vermeintliches Schnäppchen mit nur 90.000 Kilometern und ungeklärter Wartungshistorie.
Warum das so ist, erfahren Sie in diesem zweiten Teil unserer Blogserie.
Natürlich spielt die Laufleistung eine Rolle. Jedes Fahrzeug unterliegt einem gewissen Verschleiß.
Entscheidend ist jedoch, wie diese Kilometer gefahren wurden.
Ein Fahrzeug, das überwiegend auf der Autobahn unterwegs war und regelmäßig gewartet wurde, weist häufig deutlich weniger Verschleiß auf als ein Fahrzeug, das ausschließlich im Stadtverkehr oder auf Kurzstrecken bewegt wurde.
Gerade häufige Kaltstarts belasten Motor, Batterie und viele weitere Bauteile erheblich stärker als lange, gleichmäßige Fahrten.
Jeder Hersteller gibt feste Wartungsintervalle vor.
Dazu gehören unter anderem:
Wer diese Arbeiten regelmäßig durchführen lässt, verlängert die Lebensdauer seines Fahrzeugs oftmals erheblich.
Während früher Wartungsarbeiten in einem klassischen Serviceheft abgestempelt wurden, setzen heute nahezu alle Hersteller auf digitale Servicenachweise.
Gerade Marken wie Volvo und Nissan dokumentieren Wartungen elektronisch.
Dadurch lassen sich viele Arbeiten auch Jahre später noch eindeutig nachvollziehen.
Das schafft Sicherheit – sowohl für den aktuellen Besitzer als auch für spätere Käufer.
Viele Käufer denken bei einer Inspektion lediglich an frisches Motoröl.
Tatsächlich werden bei einem professionellen Service zahlreiche weitere Punkte geprüft.
Dazu gehören beispielsweise:
Gerade bei modernen Fahrzeugen spielen außerdem regelmäßige Softwareupdates eine immer größere Rolle.
Stellen wir uns zwei Fahrzeuge vor:
Fahrzeug A
Fahrzeug B
Viele Interessenten würden sich zunächst für Fahrzeug A entscheiden.
Ein erfahrener Gebrauchtwagenkäufer wird jedoch genauer hinschauen. Denn die vollständige Historie von Fahrzeug B vermittelt oft mehr Sicherheit als ein niedriger Kilometerstand allein.
Viele glauben, Elektroautos seien völlig wartungsfrei.
Das stimmt so nicht.
Auch bei einem Elektrofahrzeug müssen unter anderem kontrolliert werden:
Regelmäßige Wartungen tragen dazu bei, die Sicherheit und den Werterhalt langfristig zu sichern.
Vor dem Kauf sollten Sie sich folgende Unterlagen zeigen lassen:
✔ Servicehistorie
✔ Wartungsrechnungen
✔ Hauptuntersuchungsberichte
✔ Reparaturrechnungen
✔ Nachweise über Rückrufaktionen
Je vollständiger die Dokumentation ist, desto besser lässt sich die Vergangenheit eines Fahrzeugs nachvollziehen.
Ein niedriger Kilometerstand allein macht noch keinen guten Gebrauchtwagen aus. Entscheidend ist vielmehr, wie sorgfältig das Fahrzeug über die Jahre gepflegt und gewartet wurde.
Eine vollständige Servicehistorie schafft Vertrauen, reduziert das Risiko unerwarteter Reparaturen und trägt maßgeblich zum Werterhalt eines Fahrzeugs bei.
Wer beim Gebrauchtwagenkauf nicht nur auf den Tacho schaut, sondern auch die Wartungshistorie berücksichtigt, trifft häufig die bessere und langfristig wirtschaftlichere Entscheidung.
Im dritten Teil unserer Blogserie erklären wir, was der Begriff „unfallfrei“ tatsächlich bedeutet und warum dieser oft missverstanden wird.